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Durchfall: Helfen Salzstangen und Cola?

Experte Markus Beier erklärt, was man bei Durchfall essen sollte – und was besser nicht
von Vanessa von Blumenstein-Langer, 16.02.2011

Wenn im Bauch Aufruhr herrscht, den Tee in kleinen Schlucken trinken

Jupiter Images GmbH/BrandXPictures

Er ist äußerst unangenehm und kündigt sich meist mit heftigem Rumoren an: Durchfall. Hat er einen ereilt, sollte man sich lieber nicht allzuweit von der Toilette entfernen. Das große Grummeln trifft uns alle hin und wieder – sei es, weil wir etwas Falsches gegessen haben oder in der Kita des Nachwuchses gerade ein fieses Magen-Darm-Virus grassiert. Und jedes Mal stellt sich die Frage: Was darf ich denn jetzt noch essen?

Das allgemein bekannte Hausmittel Cola und Salzstangen kann Dr. med. Markus Beier, Facharzt für Allgemeinmedizin und Innere Medizin aus Erlangen, Durchfallgeplagten jedoch nicht empfehlen: "Durch die Salzstangen und das süße Getränk nimmt der Betroffene unkontrolliert viel Salz und Zucker zu sich, was den Durchfall verstärken kann".

"Wenn der Durchfall sehr stark ist und Austrocknungsgefahr besteht, empfehle ich daher, lieber auf eine orale Rehydrationslösung aus der Apotheke zurückzugreifen", sagt der Mediziner. "Bei Kindern und älteren Menschen ist das besonders wichtig." Rehydrationslösungen gleichen den Flüssigkeitshaushalt wieder aus und sorgen gleichzeitig für eine Eindickung des Darminhaltes  – und wirken somit dem Durchfall entgegen.

Wer nur unter leichtem Durchfall leidet, kann versuchen, seinen Flüssigkeits- und Mineralhaushalt mit leicht Verdaulichem wieder ins Lot zu bringen: Trinken Sie schlückchenweise Tee mit Zucker – beispielsweise Kräutertee – oder eine heiße Brühe. "Ist Ihnen schlecht und bekommen Sie nichts hinunter, lassen Sie sich vom Arzt ein Medikament gegen Übelkeit verschreiben", empfiehlt Beier. Denn Sie müssen sicherstellen, dass Sie genügend Flüssigkeit aufnehmen.

Können Sie etwas essen, sind trockenes Weißbrot, gedünstete Karotten mit Reis oder auch ein geriebener Apfel ideal. Denn die im Apfel enthaltenen Pektine binden die Giftstoffe und wirken so der Diarrhö entgegen. "Aber bitte nicht mehr als zwei bis drei Äpfel pro Tag essen, denn sonst könnte der viele Fruchtzucker Probleme machen", warnt der Experte. Und: manche Menschen können bei Durchfall Fructose gar nicht verdauen. Hier hilft nur Ausprobieren.

Gänzlich verzichten sollten Betroffene jedoch auf Fruchtsäfte, Milch und Milchprodukte. "Denn zum einen hat Milch einen hohen Fettgehalt, und zum anderen ist bei Durchfall die Aufnahme von Milchzucker gestört", erklärt Beier. Die Milch könne nicht verdaut werden, sie gärt im Darm und der Durchfall verschlimmert sich (Laktoseintoleranz).

Und wenn der fiese Durchfall überhaupt nicht verschwinden will? "In der Regel hat man ihn zwei bis drei Tage. Dauert er länger, ist er sehr heftig, fühlen Sie sich sehr schlecht und können Sie keine Flüssigkeit bei sich behalten, suchen Sie bitte Ihren Hausarzt auf".



Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/BrandXPictures

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