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Granatapfel: Die Speise der Götter

Der Granatapfel – auch Speise der Götter genannt – hat vor allem von September bis Dezember Saison. Seine Samen schmecken gut zu Süßspeisen und auch zu Wildgerichten
aktualisiert am 14.11.2017

Granatapfel: Vorsicht, Saftflecken bekommt man kaum noch aus der Kleidung

Shotshop/Monica Photo

Inhaltsstoffe: Weniger Vitamin C als Viele denken

In der blutroten Frucht stecken Antioxidantien, die als Radikalfänger gelten. Granatapfelsaft soll mehr Antioxidantien enthalten als Rotwein oder Blaubeersaft. Dem Granatapfel wird eine hilfreiche Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Entzündungsprozessen oder Prostatakrebs nachgesagt. Eindeutige wissenschaftliche Belege, die für Empfehlungen ausreichen, gibt es dafür aber nicht. Gesund ist die exotische Frucht allemal. Granatäpfel enthalten viel Kalium, wichtig für Muskeln, Herz und Nerven. Auch Kalzium und Spurenelemente wie Eisen gehören zu den Inhaltsstoffen, außerdem B-Vitamine. Der Vitamin-C-Gehalt ist geringer als oft angenommen. Der Tagesbedarf an Vitamin C für eine erwachsene Frau liegt bei 95 Milligramm. Den deckt in etwa ein großes Glas frisch gepresster Orangensaft, denn 100 Gramm Orange enthalten circa 45 Milligramm Vitamin C. Im Granatapfel stecken pro 100 Gramm gerade mal sieben Milligramm.

Herkunft des Granatapfels: Die paradiesische Frucht

Die Geschichte des Granatapfels reicht etwa 5000 Jahre zurück. Deshalb lässt sich nicht eindeutig sagen, woher die Frucht genau stammt. Man geht davon aus, dass ihre ursprüngliche Heimat in West- bis Mittelasien anzusiedeln ist. Der Granatapfel findet bereits in der Bibel Erwähnung. 613 Kerne soll die symbolträchtige Frucht haben, so viele, wie es Gesetze im Alten Testament gibt. Auch in der griechischen Mythologie und im christlichen Mittelalter spielt der Granatapfel immer wieder eine Rolle: als Speise der Götter oder als Symbol von Macht und Herrschertugenden auf Wappen und Gemälden. Der Granatapfelbaum steht seit jeher für Liebe, Fruchtbarkeit, Jugend und Schönheit. Heute wird die Frucht vor allem im Mittelmeerraum und im nahen Osten kultiviert. Zur Zeit der spanischen Kolonialisierung fand der Granatapfel seinen Weg nach Südamerika und in die Karibik.

Botanik: Raffiniertes Innenleben

Der Granatapfelbaum zählt zur Familie der Weiderichgewächse. Punica granatum wächst fünf bis acht Meter hoch und wird bis zu einige hundert Jahre alt. Seine etwa zehn Zentimeter großen, lanzettförmigen Blätter sind immergrün. Den Baum zieren im Frühjahr und Sommer große, orangerote Blüten. Die Frucht selbst ist apfelgroß und je nach Herkunft grüngelb bis rot. Sie wird im weitesten Sinne zu den Beeren gezählt, da ihr Fruchtfleisch nicht fleischig ist, aber auch nicht verholzt. Das Innere des im Durchmesser maximal etwa zehn Zentimeter großen Granatapfels ist durch Wände in Kammern aufgeteilt, die sogenannten Fruchthöhlen. In ihnen finden sich die erbsengroßen, kantigen Samen, rund 400 Samen pro Frucht. Ist der Granatapfel reif, sind die Kerne der Samen von einer fleischigen Schicht umgeben. Das ist der Teil, den man isst.

Granatapfel-Saison: Von Herbst bis Weihnachten

Die Hauptsaison der Granatäpfel reicht von September bis Dezember. Während dieser Zeit werden sie in ihren Hauptanbauländern des nahen bis mittleren Ostens und im Mittelmeerraum gepflückt. In Deutschland werden Granatäpfelbäume nicht angepflanzt, da die Art zum Gedeihen tropisches bis subtropisches Klima benötigt.

Lagerung von Granatäpfeln: Sie bleiben lange frisch

Der Granatapfel reift nicht nach, ist er einmal geerntet. Man kann ihn aber im Kühlschrank über Wochen lagern, wenn er unversehrt ist. Grund dafür ist die dicke, lederartige Haut der Frucht, die ihr Inneres gut schützt.

Tipps zur Zubereitung

Vorsicht mit dem roten Saft! Die Flecken sind auf der Kleidung kaum herauszuwaschen. Die Samen der Götterfrucht kann man mit dem Löffel auslösen. Oder man halbiert die Frucht, legt sie auf ein Küchenbrett und klopft die Samen mit einem Holzlöffel heraus. Oder man bricht den Granatapfel in einer Schüssel mit Wasser auf. Während sich die Samen am Boden absetzen, schwimmt die Schale oben. Vorher den Strunk entfernen. Die Samen werden gerne als Dekoration für Süßspeisen verwendet. Wegen ihres süßlich-säuerlichen Geschmacks passen sie auch gut zu Wildgerichten. Granatapfelsaft gibt es ebenfalls zu kaufen, Granatapfelsirup (Grenadine) findet sich manchmal in Cocktails.

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Nährwerttabelle: Granatapfel
(pro 100 Gramm)

 

Energie

 
kcal
78

Fett

 
gesamt (g)
1

Kohlenhydrate

 
gesamt (g)
16

Mineralstoffe (mg)

 
Kalium (K)
220
Calcium (Ca)
8
Magnesium (Mg)
3
Phosphat (P)
15
Eisen (Fe)
0,5
Zink (Zn)
0,3

Vitamine

 
Beta-Carotin (µg)
40
Vitamin E (mg)
0,2
Vitamin B1 (mg)
0,05
Vitamin B2 (mg)
0,02
Vitamin B6 (mg)
0,10
Folsäure (µg)
7
Vitamin C (mg)
7

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle



Bildnachweis: Shotshop/Monica Photo

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